Demonstrator der smarter-App

Die smarter-App: ein funktionsfähiger Demonstrator

Ad-hoc-Kommunikation bei Netzausfall

Ein langanhaltender Stromausfall hat auch zur Folge, dass die Kommunikations­infra­struktur zum Erliegen kommt. Dann können Betroffene nicht mehr kommunizieren und auch keinen Notruf mehr absetzen. Genau dann hilft die smarter-App. Sie ermöglicht es, dass einzelne Smartphones ein dezentrales, eigenständiges Netzwerk bilden. Über dieses Netzwerk werden Nachrichten zwischen den Nutzern verschlüsselt versendet und die Möglichkeit gegeben, einen Hilferuf abzusetzen. Somit trägt die smarter-App dazu bei, die Kommunikation bei Netzausfall sowohl innerhalb der Bevölkerung als auch mit den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (z.B. Feuerwehr) zu ermöglichen.

Damit die smarter-App innerhalb des Forschungs­projektes entstehen konnte, trugen die Partner aus den Bereichen Technik, Recht und Sozialwissenschaften ihre Expertise bei. Die Basis bilden dabei modifizierte Android-Smartphones (mit sogenanntem Root-Zugang), auf denen die Anwendung läuft. Die Modifizierung ist aktuell noch nötig, damit Smartphones Teil des ad-hoc-Netzwerkes werden können. Als Schnittstelle wird die WLAN-Funktion der Smartphones genutzt. Dadurch wird die Verbreitung von Nachrichten innerhalb der Reichweite des WLAN-Netzes ermöglicht.

Jedes Smartphone ist somit gleichzeitig Sender und Empfänger. Die Weiterleitung der empfangenen Nachrichten erfolgt verschlüsselt, sodass sichergestellt wird, dass die nur gewünschten und richtigen Adressaten die Nachricht lesen können. Dies entspricht dabei den europäischen und deutschen Datenschutzbestimmungen. Zusätzlich erfolgt eine Prüfung verschiedener Kriterien (z.B. Akkustand) und des genutzten Dienstes (z.B. Hilferuf), damit eine Priorisierung bei der Datenweitergabe erfolgen kann. Dieser Schritt ist nötig, um beispielweise einen gesendete Hilferuf schneller ans Ziel kommen zu lassen.





Das ad-hoc-Kommunikations­netzwerk hat sich in Laborstudien und im Praxistest als sehr zuverlässig und reliabel erwiesen. Bei günstigen Bedingungen können über Distanzen bis zu 200m Daten ausgetauscht werden. Zum Austausch über längere Distanzen und zwischen verschiedenen Smartphone-Gruppen ist jedoch die Mobilität einzelner Teilnehmender notwendig. Die Smartphones dienen dann als sogenannte „Datenesel“ zwischen den lokalen ad-hoc-Netzwerken.



Bitte beachten Sie:

Bei der smarter-App handelt es sich aktuell lediglich um einen Demonstrator, mit dem innerhalb des Forschungsprojekts die Machbarkeit und Funktionsfähigkeit der smarter-Technik bewiesen wurde.

Auch wenn die smarter-Technik bei dem Praxistest am 2. September 2017 erfolgreich eingesetzt wurde, ist smarter noch keine marktreife, downloadbare App.